Luca Hammer von 2-blog.net im Interview.

Endlich ist es soweit, er hat sich die Zeit genommen und mir den Interviewfragebogen ausgefüllt. Mittlerweile ist er in der Bloggerszene bekannt als Mr. Blognetz.com, er Visualisiert dort die deutsche Bloggingwelt und wie wir Blogger miteinander Vernetzt sind. Was nur wenige wissen Luca Hammer blogt selber fleissig und ist somit ein lebendiges Mitglied der Szene die er visualisiert. Seine Facebook Gruppe „Deutschlands Blogger“ hat mich erst zu dieser Interview-Serie inspiriert.

 

1. Stell dich bitte kurz für unsere Leser vor.
Ich wurde in einer Septembernacht geboren. Oder Morgen. Leider vergesse ich das immer wieder und bin meiner Neuronalinfrastruktur sehr dankbar, dass sie sich um das Aussortieren kümmert, damit die wichtigen Dinge hängen bleiben und der Rest einfach durchrutscht. Rausfliegt. Überschrieben wird.

Schreiben. Vielleicht das wichtigste Thema in meinem Leben und zugleich wird es immer wieder links liegen gelassen. Es geht auch mehr um Kommunikation. Das Auslassen von Dingen, um effizienter zu sein. Oder einfach dem Rezipienten einen Dopaminschub zu geben, weil er das Rätsel gelöst hat. Vielleicht auch nur, um mich selbst zu dopen. Toppen. Doppeln.

Ihr wollt jetzt wissen, was ich früher gemacht habe, welche Ausbildung, dunkle Geheimnisse aus meiner Jugend? Ich bin in den Bergen aufgewachsen. Einem nicht ganz so kleinen Tal in den Alpen. Skifahren, Wandern und Mountainbiken. Witzig. Jedenfalls bin ich mit den Menschen dort nur in bestimmten Teilbereichen zurecht gekommen, einkaufen lief etwa sehr problemlos ab, und mich über das Internet gefreut, das mir ermöglicht hat mit Leuten aus der ganzen Welt in Kontakt zu kommen. Teilweise passiv, teilweise aktiv. Nach dem Kindergarten kam ich in die Volksschule. Und danach ging es ans Gymnasium. Die Spannung steigt. Ich habe mit einem Freund eine Europareise gemacht. Und bin halb geplant und halb spontan nach Wien gezogen. Dort vorerst bei Menschen, die mein Vater von der Arbeit kannte untergekommen. Mich bei der Wirtschaftsuniversität eingeschrieben, weil es dort keine Wartezeit gab. Nach ein paar Vorlesung und einem Barcamp zu Publizistik- und Kommunikationswissenschaft en gewechselt. Bis auf ein paar Wahlfachprüfungen und die zweite Bachelorarbeit alles abgearbeitet und seitdem aufs Rangiergleis gestellt. Stattdessen begonnen als Assistent bei einer Vorlesung zu lehren, das Endprodukt ist jedes Semesterhttp://www.kobuk.at/. Hat Spaß gemacht, aber wenn ich den Abschluss nicht mache, wird es schwer werden in die Richtung weiter zu gehen. Nebenbei komische Dinge selbst angeeignet. Unter anderem bei Coursera einen Kurs zu Social Network Analysis gemacht. Sehr empfehlenswert. Es war gegen Ende der Pubertät, als ich angefangen habe zu bloggen. Zuvor unterschiedliche Blogs gelesen. Daily Pia als einziges wirklich regelmäßig. Damals war ich noch intensiver in Foren unterwegs und habe zwei eigene betrieben. Dann kam der eigene Blog. Der Rest steht eigentlich dort.

Meine Facebook Chronik https://www.facebook.com/lucahammer/ ist ganz in Ordnung, wenn man mehr über mich erfahren möchte. Oder man stellt fragen.

Ich arbeite an einem Startup, http://workio.com, welches eine Alternative zwischen angestellt und selbständig schafft. Oder es zumindest versucht. Aktuell bin ich vor allem an http://blognetz.com dran und an anderen Netzwerkvisualisierungsexperimenten.

2. Wie heißt dein Blog und was sind deine Themen?
Es gibt zwei Blogs in meinem Leben. Eines heißt wie ich und das andere 2-blog.

Auf lucahammer.com schreibe ich auf englisch. Ursprünglich um die Sprache öfter zu üben. Inzwischen einfach so zwischendurch. Es geht um Startups, das Internet, Visualisierungen (zumindest im Moment), Gesellschaft und micht.

Auf 2-blog.net geht es nur um mich. Aber die Themen sind grundsätzlich die gleichen. In deutsch.

Das dritte Blog gibt es nicht. Also offiziell.

3. Wie ist der Name deines Blogs entstanden?
Damals war das Metathema Blogs noch stärker. Zumindest gefühlt. Mit dem Blog in der Domain hat man explizit darauf hingewiesen, dass es ein Blog ist und nicht irgendeine Website.

Eine Zeit lang ging es um zwei Welten. Die Welt da draußen, die in Einverständnis mit der Gesellschaft existierte, und meine eigene, die ich gestalten und wahrnehmen kann, wie ich möchte. Die Welten überschneiden sich und viele Dinge aus eurer Welt tauchen in meiner als Metapher wieder auf. Oder umgekehrt. Die daraus resultierenden Texte waren nicht für alle leicht verkraftbar und so wurde mir mehrmals ein Besuch bei einem Psychiater empfohlen.

Heute ist es mehr als Zwei(t)blog zu sehen. Der englische, der übrigens auf tumblr läuft, als die Hauptanlaufstelle und 2-blog.net als der, wo ich auch manchmal was schreibe. Meist längere Dinge. Aber nicht immer.

lucahammer.com hat seinen Ursprung im Zusammentreffen nordischer Mythologie und italienischer Lebenslust.

Drei Jahre nach mir hat sich Sergey Brin auch von der Zahl 2 inspirieren lassen und seinen Blog ‘too’ gestartet: http://too.blogspot.de/2008/09/about-this-blog.html Allerdings wurde sein letzter Beitrag 2010 veröffentlicht. Auch wenn mein Archiv seit 2008 etwas traurig aussieht, schaffe ich es immer wieder etwas zu posten: http://www.2-blog.net/archiv/

4. Wie erfolgreich ist dein Blog?
Mein populärster Artikel wurde eine halbe Million Mal aufgerufen. Viele tümpeln aber auch unter 100 Zugriffen herum. Ist mir auch herzlich egal. Und den Pagerank dürft ihr euch sonstwo.

5. Wie machst du deinen Blog bekannt?
Die besten Erfahrungen habe ich mit doppelseitigen Printkampagnen gemacht. Irgendein emotionaler Satz oder Zitat, einfarbiger Hintergrund und die Domain. Plakate funktionieren fast gar nicht. Auch großartig, aber leider viel zu teuer, ist den Blog als App preinstalled auf Mobilgeräten zu haben. Die Schwierigkeit ist, dass kleinere Provider ihre Geräte nicht branden und die großen meist zu teuer sind. Österreich ist aber ein guter Markt zum experimentieren. Auf die Schnauze gefallen bin ich auch mit Blogposts im Fernsehen verlesen lassen. Das Medium passt einfach nicht.

Inzwischen bin ich dazu übergegangen tolle Dinge zu schreiben und zu machen. Plötzlich kommen die Leser von ganz alleine. (Ein Teil dieser Antwort entspricht möglicherweise nicht der Wahrheit.)

6. Welche Blogs liest du selber regelmäßig und Warum?
WEIL SIE MICH INTERESSIEREN?!

http://mianiemand.blogspot.com/feeds/posts/default
http://pandodaily.com/feed/
http://okkarohd.blogspot.com/feeds/posts/default
http://antjeschrupp.com/feed/
http://hilliknixibix.wordpress.com/feed/
… (Die anderen 30 Links habe ich mal rausgenommen 😉
7. Wie bist du mit anderen Bloggern vernetzt?
Über ihre Blogs und diverse andere Kommunikationskanäle. Manche habe ich auch geheiratet.
8. Wie wird sich dein Blog in nächster Zeit entwickeln?
Gut.
9. Was wolltest du Bloglesern schon immer mal sagen, hast dich aber bei dir im Blog nie getraut?
Inhaltsleere Kommentare sind manchmal schlimmer als Spamkommentare. “Finde ich auch.”

10. Welche Frage fehlt hier?
Warum bloggst du?
Mir hilft das schreiben meine Gedanken zu Ordnen. Und es macht mir Spaß.

Was stört dich am bloggen?
Dass ich mir darüber Gedanken mache, wenn andere schlechte Blogbeiträge schreiben oder mich sogar darüber aufrege.

Wo bist du sonst noch im Web unterwegs?
twitter.com/luca für tägliche Updates und Gedankenbruchstücke.
fb.com/lucahammer für Zeug, das sonst nicht so recht passt und an von mehr Menschen gesehen werden sollte.
quora.com/luca-hammer für Antworten.
Und all den anderen Plattformen. Was für eine doofe Frage.

Hat dir der Fragebogen Spaß gemacht?
Ich habe ihn ja schon einige Zeit vor mir hergeschoben. Weil mir andere Dinge meist mehr Spaß machen. Zugleich bin ich der Meinung, dass kleine Blogs ähnlich wichtig sind wie große Medieneinrichtungen. Aber das ist ein anderes Thema. Zu Beginn hatte ich mehr Spaß, ab der vierten Frage ist das Spaßbarometer eingebrochen, es gab bei 5 noch ein kurzes Aufächzen, als aber das Captcha ins Sichtfeld kam, war alles vorbei.

Warum schreibst du noch immer Antworten?
Weil ich den Fragebogen zu kurz und inhaltlich teilweise nicht für die Dinge passend fand, die mich beschäftigen. Dass ich jetzt auch nichts sinnvolles mehr schreibe tut nichts zur Sache. Schon. Aber.

Können wir aufhören?
Okay.

3 Antworten auf „Luca Hammer von 2-blog.net im Interview.“

  1. Hallo lieber Christian Ortwig,
    eigentlich möchte ich gerne meinen Blog:rivella49.wordpress.com bei dir vorstellen.
    Die Vorgehensweise ist mir nicht ganz klar. Schickst du mir die Fragen?
    Zum Voraus besten Dank für deine Antwort. Cari saluti Martina Ramsauer

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