Peter Winnemöller, Journalist und Blogger im Interview

Als weiteren Blogger möchte ich Peter Winnemöller,  Journalist und Blogger als nächsten in der Interviewreihe vorstellen. Auch wenn ich selber nicht religiös bin finde ich es immer wieder interessant wie Menschen wie Peter sich für ihren Glauben und die Kirche einsetzen und die Bootschaft verbreiten. Es ist wirklich spannend wer alles an dieser Reihe telgenommen hat – bleibt also weiter dran, es werden sich noch einige Herausragende Blogger vorstellen.

1. Stell dich bitte kurz für unsere Leser vor.
Peter Winnemöller, Journalist und Blogger, inzwischen sagenhafte 50 (in Worten: fünfzig) Jahre alt. So ganz viel privates lasse ich im Internet nicht über mich raus.
Das Netz kenne ich seit 1992 und habe es von Anfang an intensiv nicht nur als Leser sondern auch als Anbieter von Content, wie wir heute sagen, genutzt.

2. Wie heißt dein Blog und was sind deine Themen?
Mein Blog heißt ”katholon” und wird als Subdomain meiner persönlichen Internetseite betrieben.
Vorrangige Themen sind, wie der Untertitel schon sagt. ”katholisches und was mich sonst noch umtreibt”. Das kann mal Politik, mal eine aktuelle gesellschaftliche Thematik oder auch einfach nur ein paar schöne Fotos sein.

3. Wie ist der Name deines Blogs entstanden?
Der Name meines Blogs stellt natürlich einen Hinweis auf die Kirche dar.
Aus dem grch. kata holon – etwas hemdsärmelig übersetzt: Was das Ganze umfaßt.
Entstanden ist der Name schon kurz bevor es mein Blog gab, nämlich als Name eines Internetforums, das ich mit ein paar Freunden betreibe.

4. Wie erfolgreich ist dein Blog?
Erfolg, so sagte mir mal ein Priester, sei keiner der Namen Gottes. So schaue ich bei dem, was ich tue niemals zuerst auf Aspekte wie Erfolg oder Rang. Natürlich juckt es, Statistiken und Logfiles auszuqetschen, aber meistens widerstehe ich dem.
Ferner ist die reine Anzahl der Zugriffe sehr stark davon abhängig, was ich schreibe und welche Themen ich bearbeite. Der Durchschnitt liegt bei ca. 750 am Tag.
Bei der Sonderserie zum Papstbesuch gab es Artikel, die 3000 mal angeklickt worden sind. Auch die Sonderserie zum Konklave (Wahl des neuen Papstes) live aus Rom, wo ich als Journalist akkreditiert war, hatte eine beachtlichen Anzahl von Zugriffen.
Erfolg, der mir sympathisch ist: Wenn ich Lesern eine Freude mache und sie gut informiere.
Also müßte man diese Frage im Grunde meinen Lesern stellen.

5. Wie machst du deinen Blog bekannt?
Das Zauberwort heißt Vernetzung. In Kreisen katholischer Internetaktivisten ist mein Blog sehr gut bekannt. Um ein wenig über die kirchlichen Grenzen, in denen ich mich zu Anfang bewußt gehalten habe, hinaus zu kommen, nutze die sozialen Medien.
Eine dezidierte Werbestrategie habe ich allerdings nicht. Ein Indiz für so etwas wie Bekanntheit und gleichzeitig ein Tor zu mehr Leserschaft ist die Übernahme eigener Artikel von anderen Webseiten. Auf Anfrage habe ich einigen Seiten Zweitverwertungsrechte für meine Artikel eingeräumt. Dadurch kommen unter Umständen neue Leser auf mein Blog.
Die beste Werbung ist immer die, auf die man selber keinen Einfluß hat. So wurde mein Blog kürzlich mal von einem niederländischen Webportal zitiert und verlinkt. Sowas kann man selber nicht machen.

6. Welche Blogs liest du selber regelmäßig und Warum?
Vorrangig die Blogs der katholischen Bloggerszene, augenzwinkernd auch Blogoezese genannt. Ferner lese ich Blogs zu Social Media -Themen. Aber ich lese auch mal politische Blogs.
Manche Blogs lese ich eher unregelmäßig, andere dauerhaft.
Da Suchmaschinen Blogs wirklich gut durchkämmen und weit oben einsortieren, stolpere ich bei Recherchen schon mal über völlig fremde Blogs, die dann mal zeitweise oder dauerhaft im Feedreader landen.
Ferner streife ich manchmal einfach mal ziellos durch die Bloggerszene, nur um zu schmökern und zu schauen, was es alles gibt.

7. Wie bist du mit anderen Bloggern vernetzt?
Die katholischen Blogger sind untereinander hervorragend und auf verschiedenen Ebenen vernetzt.
Einmal sind wir über facebook in verschieden Zusammenhängen vernetzt.
Ferner gibt es eine eigene Seite, die ebenfalls als Blog betrieben wird und sich bemüht, den Überblick zu behalten, d.h. alle katholischen Blogger zu verlinken.
Mit anderen Bloggern bin ich über Twitter, facebook oder google+ vernetzt. Der Sprung in das #Blognetz war für mich eine spannende Sache, die vielleicht neue Vernetzungen und interessante Kontakte bringt.

8. Wie wird sich dein Blog in nächster Zeit entwickeln?
Auch ohne die Gabe der Prophetie zu haben oder Hellseher zu sein, bin ich der Ansicht, daß Blogs künftig eine zunehmend wichtigere Informationsquelle werden.

Die Medienlandschaft, insbesondere im Printbereich, wird durch Übernahmen und Kooperationen immer homogener. Agenturmeldungen ersetzen zunehmend die eigene Recherche oder den eigenen Korrespondenten.
Darüber hinaus ist auch ein Journalist selbst bei gründlicher Recherche kein Alleswisser ist, so können ambitionierte Blogs zuweilen die bessere Informationsquelle sein, ganz gleich zu welchem Thema.
In diese Richtung will ich auch mein Weblog weiter entwickeln.

Soziale Netzwerke sind marktorientiert. Der Nutzer zahlt mit seinen Daten. Weblogs – vor allem selbstgehostete – können davon zumindest ein Stück weit unabhängig machen. Das reclaim- Projekt von Sascha Lobo und Felix Schwenzel weist in die richtige Richtung.
Das Weblog sollte viel mehr unser ”Internetzuhause” sein als die kommerziellen sozialen Netzwerke. Da ist noch viel Luft für Entwicklungen.

9. Was wolltest du Bloglesern schon immer mal sagen, hast dich aber bei dir im Blog nie getraut?
Was ich meinen Lesern sagen will, das traue ich mich in der Regel auch im Blog zu sagen.

10. Welche Frage fehlt hier?
Was hat Dich bewogen ein Blog zu eröffnen und es dauerhaft zu betreiben?

Die Eröffnung des Blogs war ein Test. 2005 bin ich sozusagen auf eine gerade aufkommende Welle aufgesprungen und habe festgestellt, daß es total viel Spaß macht.

Die Einsicht in einer immer homogener werdenden Presse eine Alternative entgegen setzen zu müssen – und gilt beileibe nicht für den kirchlichen Bereich – macht gute Blogs wirklich notwendig.
Darum blogge ich weiter, so lange es eben geht.

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