Recht haben und Recht bekommen.

In der letzten Zeit frage ich mich wirklich, ob wir in Deutschland wirklich schon amerikanische Zustände haben. In den USA ist es ja wirklich so, dass der Geldbeutel über ein Gerichtsurteil entscheidet. Ich möchte hier keine Korruptionsgeschichte daraus machen, denn niemand wird ernsthaft behaupten, dass sich Richter direkt bestechen lassen. Aber wer mehr Geld hat kann sich die besseren Anwälte leisten.

Warum schreibe ich nun diesen Artikel? Es hat mich nun auch erwischt! Ich habe eine Abmahnung wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung erhalten. Laut des Abmahnanwaltes soll ich einen Film gedownloadet haben, von dem ich noch nie etwas gehört habe. Nun habe ich dann einen auf Abmahnungen spezialisierten Anwalt genommen, der das Ding abwehrte.

Danach habe ich viel mit Freunden über diese Thematik gesprochen und eine wirklich unglaubliche Geschichte erzählt bekommen. Ein Bekannter von mir hat nach Ewigkeiten nun endlich seine Traumimmobilie gefunden. Ein riesiges Waldgrundstück mit einer Immobilie darauf, die man mit ruhigem Gewissen Ruine nennen kann. Er hat vor dem Kauf natürlich überprüft, was es mit der Idee des Hauses mitten im Wald auf sich hat. Der Verkäufer informierte ihn dann auch pflichtgemäß darüber, dass diese Ruine vor mehr als 50 Jahren ohne Baugenehmigung auf dieses Landschaftsschutzgebiet gebaut wurde. Daraufhin war er erstmal erschrocken – Ohne Baugenehmigung! Aber er wäre nicht er, wenn er sofort aufgegeben hätte, also los zum Kreis und informieren. Er bekam vor dem Kauf die klare Information, dass bei dieser Immobilie, die zwar ohne Baugenehmigung gebaut wurde, aber über 50 Jahre steht, ein sogenannter Bestandsschutz besteht und er dieses Haus abreißen dürfe, um dann ein genauso großes und hohes Haus wieder zu errichten.

Er kaufte also das Grundstück und sein Architekt reichte die Pläne für den Neubau ein. Siehe da, die Baubehörde lehnte den Bauantrag einfach ab, weil in dem Landschaftsschutzgebiet nicht gebaut werden darf. Auch der Widerspruch und Hinweis auf einen bestehenden Bestandsschutz änderte nichts an der Entscheidung der Behörde. Also wollte er von dem Kaufvertrag zurücktreten, da er ja mit diesem Grundstück nichts anfangen kann und er ein Grundstück zu einem bestimmten Zweck gekauft hatte. Doch der Verkäufer sagt nun, er hätte ja nicht vertraglich zugesichert, dass er dort bauen dürfe.

Nun muss er den langwierigen Rechtsweg bestreiten und sich natürlich anwaltliche Hilfe suchen. Ich werde mal dranbleiben, ob er das Grundstück wieder los wird oder, ob er den Wald auch noch bewirtschaften muss.

Wenn Ihr auch Erfahrungen mit der deutschen Gerichtsbarkeit gemacht habt, dann schreibt mir eure Erfahrungen doch mal in die Kommentare.

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